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Großmembran Mikrofon

Ein Großmembran Mikrofon ist ein Mikrofon, das über eine große Membrankapsel verfügt. Von einem Großmembran Mikrofon spricht man ab einem Membrandurchmesser von 1 Zoll, also genau 2,54 cm. Diese Art von Mikrofonen zeichnet sich durch spezielle klangliche und bauliche Eigenschaften aus, die maßgeblich bestimmen, für welche Einsatzzwecke ein Mikrofon überhaupt geeignet ist. Dann kommt es natürlich auch noch auf die Bauweise des Mikros an: Kondensatormikrofon oder dynamisches Mikrofon?

In der Praxis halten gerade Anfänger ein Großmembran-Mikrofon immer für besser als ein Mikrofon mit kleiner Membran. Das ist aber völliger Quatsch: Die Membrangröße sagt nichts über die Soundqualität oder die Qualität eines Mikrofons an sich aus, sondern vielmehr darüber, für welche Einsatzzwecke sich ein Modell besonders eignet und wofür man es eher nicht gebrauchen kann. Aber was ist überhaupt das besondere an einem Großmembran Mikrofon?

Was ist ein Großmembran Mikrofon?

Die große Membran ist nicht nur sehr breit und nimmt mehr Platz in Anspruch als eine kleine Membran, sondern sie ist auch um einiges schwerer. Das sorgt dafür, das leise Geräusche (die nur leichte Schallwellen erzeugen) die Membran nicht so einfach in Schwingung versetzen können. Daraus resultiert eine besonders hohe Eignung für Homestudios. Denn: Hintergrundgeräusche, Echos oder andere unerwünschte Laute, die nicht für die Aufnahmen bestimmt sind, landen so nicht auf der Membran.

Großmembran Mikrofone verfügen tendenziell auch immer über eine kleine Anhebung des Sounds bei etwas über 10 kHz. Das ist der Bereich, der langsam in die Höhen des Sounds übergeht, was die Höhen auf den Aufnahmen „seidig“ klingen lässt. Gerade Podcaster, YouTuber oder andere Nutzer, die bevorzugt Sprache mit dem Mikrofon aufnehmen möchten, schätzen diesen Effekt sehr. Andererseits haben Großmembran Mikrofone auch Nachteile, die nicht so einfach ausgeglichen werden können.

Die Nachteile von Großmembran Mikrofonen

Ein Nachteil liegt direkt auf der Fläche der Membran: Die Partialschwingungen. Da die Membran sehr groß ist, kann es an einzelnen Stellen auf der Membran dazu kommen, dass diese anders schwingt, als der Rest der Membran. Das führt nicht nur zu leichtem Rauschen auf den Aufnahmen, sondern kann auch unrealistische Klangbilder erzeugen. Diese Partialschwingungen bei einem Großmembran-Mikrofon lassen sich nicht vermeiden – wer Probleme damit hat, sollte zu einem Kleinmembran Mikrofon greifen.

Ein weiterer Nachteil von Großmembran Mikrofonen liegt im Gewicht der Membran. Die schwere Membran macht es leisen Schallwellen fast unmöglich, auf die Aufnahmen zu gelangen. Wenn die Schallquelle also etwas weiter entfernt vom Mikrofonkorb steht, wird diese entweder gar nicht oder nur sehr leise aufgenommen. Wer ein Großmembran-Mikrofon nutzt, sollte also dafür sorgen, dass das Setting bei der Nutzung perfekt zu erreichen ist. Tischstative machen dies beim Podcaster möglich, Gelenkarm-Stative erlauben auch alternative Nutzungsmöglichkeiten.

Verwendung und Studio-Tauglichkeit

In der Regel werden Großmembran Mikrofone als Studio Mikrofone im Homerecording Studio verwendet. Hier erscheinen diese dann oft in Form von Großmembran-Kondensatormikrofonen. Die Unempfindlichkeit der großen Membran gegenüber Hintergrundgeräuschen – kombiniert mit der Detailschärfe des Sounds von Kondensatormikrofonen – sorgt hier für eine hervorragende Soundqualität und macht diesen Mikrofon Typ vor allem für die Aufnahme von Sprache und akustischen Instrumenten interessant.

Es gibt auch Großmembran Mikrofone nach dynamischer Bauweise. Für besonders unruhige oder laute Aufnahme-Umgebungen ist das dann ideal: Die Echo-Immunität der großem Membran und der geringere Raumanteil dynamischer Mikrofone spielen hier ideal zusammen. Ein gutes dynamisches Großmembran Mikrofon mit USB Anschluss ist beispielsweise das Rode Podcaster oder das Rode Procaster. Studiomikrofone als Großmembran-Kondensatormikrofon sind zum Beispiel das Rode NT1-A oder das Audio Technica AT2035.