Home Recording Lexikon Phantomspeisung

Phantomspeisung

Die Phantomspeisung ist ein wichtiger Faktor bei der Planung des eigenen Home Studios, denn ohne sie können Kondensatormikrofone mit analogem XLR-Anschluss nicht betrieben werden. Gleich vorweg: Wer genau weiß, dass er ein USB Mikrofon benutzen möchte, kann direkt auf die Phantomspeisung verzichten – diese wird hier vom eingebauten Audio Interface über die USB-Verbindung geliefert, sodass eine weitere Versorgung des Mikros nicht mehr nötig ist.

Grundsätzlich stellt die Phantomspeisung eineSpannungsversorgung mit Gleichspannung dar, die dazu gebraucht wird, ein Kondensatormikrofon überhaupt betreiben zu können. Dies hängt damit  zusammen, wie Kondensatormikrofone im Grundsatz funktionieren: Es wird die Kapazitätsänderung zwischen zwei Kondensatorplatten gemessen. Damit diese Kapazitätsänderung überhaupt entstehen kann, müssen die beiden Kondensatorplatten unter eine Vorspannung gesetzt werden.

Die Phantomspeisung, die ein Kondensatormikrofon benötigt, variiert je nach Modell. Dabei hängt die benötigte Spannung unter anderem von der Membrangröße und weiteren Faktoren ab. Die gängigste Größe ist 48V, was die meisten USB Audio Interfaces ohnehin unterstützen. Einige Mischpulte verwenden jedoch weniger Volt, sodass hier beim Kauf darauf geachtet werden muss, dass mindestens die vom Mikro benötigte Spannung geliefert werden kann.

Phantomspeisung im Homerecording Studio

In der Praxis wird die Phantomspeisung vom USB Audio Interface geliefert, das wiederum den Strom entweder per USB bezieht (gerade bei mobilen Einsteiger-Geräten der Fall) oder aus einer externen Stromversorgung (bei semi-professionellen und Profi-Geräten absolut üblich). Die Spannung wird dann über das XLR-Kabel ans Mikrofon geliefert und ermöglicht somit den Betrieb des Mikros. Die Phantomspeisung kann bei den meisten Geräten an- und ausgeschaltet werden, teilweise können sogar mehrere Inputs separat angesteuert werden.

Ein großes Problem bei der Phantomspeisung ist die Tatsache, dass viele Modelle über eine Art „stille“ Phantomspeisung verfügen, also auch bei deaktivierter Phantomspannung eine gewisse Spannung (meist im Bereich von ca. 5 Volt) senden. Das kann bei empfindlichen Mikrofonen – insbesondere bei dynamischen Modellen -zu Beschädigungen der Elektronik und damit zur kompletten Zerstörung des Gerätes führen.

Mischpulte und externe Spannungsquellen

Im Alltag sind Kondensatormikros zwar reine Studiomikrofone, es gibt allerdings auch Bühnenmikrofone nach Kondensator-Bauart, wie zum Beispiel das Rode M2. Da hier kein USB Audio Interface dazwischengeschaltet werden kann, wird einfach die Phantomspeisung vom Mischpult erzeugt. Wer also plant, mit einem Kondensatormikrofon Bühnenauftritte zu absolvieren, sollte sich über die Verfügbarkeit einer Phantomspeisung informieren. Manche Modelle erlauben auch die Spannungsversorgung über Batterien.

Wenn bereits bestehende Hardware genutzt werden soll, diese aber keine Phantomspeisung liefert oder eine zu geringe Spannungsversorgung liefern würde, kann auch eine externe Phantomspeisung genutzt werden. Diese Produkte sind ähnlich groß wie kleine Mischpulte oder Audio Interfaces und verfügen lediglich über wenige Ein- und Ausgänge. Hier wird das XLR-Kabel vom Mikrofon als Input eingesetzt, dazu gibt es natürlich noch einen Stromstecker oder einen USB-Anschluss. Ein Ausgang sorgt anschließend dafür, dass per XLR die Signale vom Mikrofon zu einem Mischpult oder einem Audio Interface geleitet werden können.

Weitere Verwendungszwecke der Phantomspeisung

Einige Mikrofontypen und auch andere Peripheriegeräte sind ebenfalls auf eine Spannungsversorgung angewiesen, um zusätzliche Elektronik betreiben zu können. Bändchenmikrofone und Optogates beispielsweise müssen ebenfalls mit einer Phantomspeisung versorgt werden. In der Praxis geschieht dies häufig über Batterien oder externe Spannungsgeräte.